Ansteigende Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen

Das Zeitalter der digitalen Informationstechnologie macht auch etwas mit unseren Augen.
Tablets, Computer, Handys- Kinder und Jugendliche konzentrieren sich auf das, was direkt vor ihrer Nase ist, statt Ihre Zeit draußen an der frischen Luft zu verbringen und zu spielen.

 

Das neue Zeitalter verändert Verhaltensweisen in der Gesellschaft.
Covid 19 hat unser Leben durch Homeoffice und Homeschooling auf den Kopf gestellt.

 

Immer mehr Kinder entwickeln durch die digitalen Geräte und das stundenlange Akkommodieren, also auf die Nähe schauen, eine Myopie. Das ist das Fachwort für Kurzsichtigkeit. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2015 waren weltweit etwa 1,4 Milliarden Menschen von Kurzsichtigkeit betroffen.

Myopie tritt in Familien, in denen die Eltern oder ein Elternteil kurzsichtig ist, vermehrt auf. Ist nur ein Elternteil kurzsichtig, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ebenfalls kurzsichtig wird, bei 25-40%. Sind beide Eltern kurzsichtig, steigt sie auf 35-60% an. Ist keiner der beiden kurzsichtig, entsteht eine Myopie beim Kind mit 5-15% Wahrscheinlichkeit.

 

Prognosen zufolge sollen bis 2050 ca. 50% der Weltbevölkerung myop, also kurzsichtig sein. Eine Kurzsichtigkeit entsteht hauptsächlich deshalb, weil das Auge in der Baulänge zu lang ist. Eine Abweichung von 1mm bedeutet eine Fehlsichtigkeit von 3,00 Dioptrien. Ein Normalauge ist 24mm lang.

Gibt es eine Lösung?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der ansteigenden Myopie entgegen zu wirken:

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Die Gabe von Atropin

Die regelmäßige Anwendung von Atropintropfen ist eines dieser Verfahren. In klinischen Studien zeigte sich eine hohe Wirksamkeit zur Verlangsamung einer Myopie. Die unangenehmen Nebenwirkungen sind: Verschwommenes Sehen, Akkommodationsstörungen, Lichtempfindlichkeit.

 

Nach dem Absetzen hört der beabsichtigte Effekt sofort wieder auf, die Kurzsichtigkeit zu verlangsamen.

 

Ich denke, das ist keine langfristige Lösung! Es ist ein Medikament und aufgrund der Nebenwirkungen nicht alltagstauglich.

Kontaktlinsen und Ortho-Keratologie

Ein weiteres Verfahren zur Behandlung einer Myopie ist die Verwendung von harten Kontaktlinsen und Ortho-K Linsen. Diese Vorgehensweise hat bei Kindern ebenfalls eine hohe Wirksamkeit gezeigt. Dennoch handelt es sich um ein invasives Verfahren, das zu Hornhautkomplikationen führen kann.

Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen, denn die Hornhaut ist das Hauptbrechungsmedium im Auge! Entstehen Probleme, hat man der Betroffene auf jeden Fall ein großes Problem!

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Sehanalyse bei Babys & Kleinkindern

Brillengläser

Herkömmliche Brillengläser können Myopie korrigieren und das Sehen verbessern. Sie haben jedoch einen unerwünschten Nebeneffekt: Diese Gläser projizieren Licht in periphere Bereiche hinter der Netzhaut. Das führt dazu, dass sich die Augen bei einigen Kindern anpassen und übermäßig in die Länge wachsen, was die Kurzsichtigkeit wiederum verstärkt.

Die Lösung für dieses Problem sind Gläser, die zum einen die Kurzsichtigkeit korrigieren, zum anderen dafür sorgen, dass das Längenwachstum gebremst wird. Die gute Nachricht ist: Diese Brillengläser gibt es tatsächlich seit etwa 1,5 Jahren. Sie werden stetig verbessert und unsere Erfahrungen damit sind wirklich gut!

Sie sorgen dafür, dass das Licht in der Peripherie der Netzhaut gestreut wird. Dadurch wird das Längenwachstum der Augen nicht zusätzlich angeregt.

Damit sind die neuen Brillengläser eine voll akzeptable Lösung! Wir haben in fast 2 Jahren sehr positive Erfahrungen gemacht.

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Je mehr Zeit wir mit Arbeiten, bei denen wir auf die Nähe schauen müssen, verbringen, desto größer ist das Risiko, dass Kurzsichtigkeit schneller fortschreitet,

Was Sie selbst tun können

  • Die Zeiten verringern, in denen Ihr Kind digitale Medien nutzen darf

  • Den Router so programmieren, dass er für die digitalen Geräte Ihrer Kinder nur begrenzt verfügbar ist

  • Den Abstand zu den Geräten erhöhen ist theoretisch auch möglich, in der Umsetzung aber schwierig

  • Frische Luft! Es gibt Studien dafür, dass der Aufenthalt im Freien bei Tageslicht maßgeblich dazu beiträgt, der Entwicklung von Kurzsichtigkeit vorzubeugen

  • 80-120 Minuten täglich im Freien zu verbringen, wirkt der Entwicklung der Myopie entgegen. Jede weitere Stunde pro Woche draußen verringert das Risiko einer Myopie um 2%. Das ist echt eine gravierende Entwicklung! Der Medienkonsum hat weitreichende Auswirkungen, nicht nur auf die Augen.